Hummus Evolution – Syrisch Vegane Rezepte mit Bilal Maikeh

Die 3 leckersten syrisch vegane Rezepte warten auf dich und du lernst die berührende Geschichte von Bilal Maikeh kennen.

Bilals ist der Autor des syrisch-veganen Kochbuchs „Hummus Evolution“. Im Jahr 2014 ist er aufgrund des Bürgerkrieges aus Syrien geflüchtet. Er teilt mit uns seinen Weg zum syrisch-veganen Kochbuch und die Lieblingsgerichte aus seiner Heimat.
Ich habe für dich die besten veganen Fitness Rezepte aus dem Buch ausgesucht und hier vorgestellt.

Übrigens: Höre dir auch die Podcast Episode dazu an

Hummus Evolution: Die Story hinter dem Kochbuch

In meiner WG habe ich wirklich sehr viel gekocht und irgendwann dann auch auf Koch-Events in meiner Stadt. Die Menschen waren begeistert und haben mich nach Rezepten gefragt. Mein Mitbewohner hat sich zwei Rezepte aufgeschrieben um selber zu kochen.

Dann haben wir überlegt, dass ich ein kleines Heftchen mit Rezepten schreiben könnte, um es an Weihnachten zu verschenken. Aufgrund Hilfe von Freunden ist daraus ein richtig schönes Kochbuch geworden.

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Das war ursprünglich nicht geplant. Das Projekt an sich war klein und wir haben die Bücher erst nur über unsere Website verkauft.

Mittlerweile haben wir viele Anfragen von Buchläden und Interessierten und wir verschicken unser Buch in jeden Winkel Deutschlands und sogar nach Österreich oder in die Schweiz. Einen Verlag haben wir nicht. Wir machen alles selbst.

Bilal-humus-evolution

Bilal-hummus-evolution-kochbuch

Viele syrische Gerichte sind unabsichtlich vegan

Wir hatten in Syrien einen Bauernhof und haben Gemüse und Obst geerntet. Viele Menschen hier in Deutschland denken, dass wir in Syrien viel Fleisch essen.

Aber als Großfamilie haben wir vor allem viele Gerichte mit Gemüse gekocht. Wir haben höchstens 2 Kilo Fleisch im Monat konsumiert. Fleisch war sehr teuer und wir hatten nicht so viel Geld.

Meine Mutter hat immer gekocht, was gerade geerntet wurde. Das nennt man hier „saisonal und regional“. Wir haben

  • Auberginen,
  • Tomaten,
  • Kartoffeln,
  • Bohnen,
  • Reis,
  • Bulgur,
  • Salat und
  • viel Obst

gegessen. Fleisch war eher Dekoration. So war es bei vielen syrischen Familien.

Die Bohnen sind das „Fleisch der Armen“. Meine Geschwister und ich haben damals in meiner Heimatstadt ein kleines Geschäft für Landwirte eröffnet.

Dieses Geschäft wurde im Krieg zerstört. Mithilfe der Einnahmen aus dem Buchverkauf habe ich es geschafft, den Laden wieder aufzubauen. Mein kleiner Bruder arbeitet jetzt dort. Das freut mich besonders.

Vegane Rezepte

Meine Rezepte basieren hauptsächlich auf Gemüse, Kräutern, Reis, Bohnen, Nüssen, Soja oder Bulgur. Das ist natürlich gesund.

Es stimmt, dass ich gerne Öl verwende oder auch frittiere (zum Beispiel Falafel). Aber ich bin überzeugt, dass dies nicht ungesund ist. Im Gegenteil – Olivenöl ist zum Beispiel sehr gesund.

Außerdem ist mein Essen kein Fastfood. Es ist mir wichtig, dass wir uns beim Kochen und Essen Zeit nehmen. Ich kenne mich mit Fitness-Ernährung leider nicht so aus, aber Kichererbsen enthalten zum Beispiel sehr viel Eiweiß, auch Bohnen sind eine reiche Proteinquelle.

Außerdem verwende ich viel frisches Gemüse und Kräuter. Wichtig ist, dass sich der Körper nach dem Essen gut anfühlt. Und das ist bei meinen Rezepten der Fall, zumindest berichten das viele meiner Freunde.

Ich finde, wir sollten uns mehr Zeit nehmen um gemeinsam und in Ruhe zu kochen und zu essen. In der Ruhe liegt die Kraft.

Seid geduldig beim Kochen und Essen. Ich spreche sogar manchmal mit meinem Topf auf dem Herd. Ich bin überzeugt, dass es dann besser schmeckt. Das könnt ihr ja auch mal ausprobieren…

Deutschland ist meine zweite Heimat geworden

Ich würde sagen, dass ich zweimal aufgewachsen bin. Einmal in meiner Heimat und noch einmal hier in Deutschland.

Hier ist mir Vieles erst bewusst geworden. Ich bin achtsamer wie ich lebe, was ich esse, was ich konsumiere und einkaufe.

Ich frage mich oft, ob es gut für die Umwelt ist oder nicht. Ob die Produkte fair gehandelt werden oder nicht. So etwas ist mir wichtig geworden. Über solche Sachen habe ich mir in Syrien keine Gedanken gemacht.

Ich bin nicht 100% vegan, aber ich esse nur selten Tierprodukte. Fleisch esse ich manchmal, wenn ich bei syrischen Menschen zum essen eingeladen bin.

Es ist dann aufgrund kulturellen Gründen unhöflich so etwas abzulehnen. Aber ich rede dann viel mit ihnen über Fleischkonsum.

Mir ist es nämlich sehr wichtig, dass man versucht bewusst zu leben und sich zu ernähren. Außerdem ist es wegen des Klimawandels notwendig, dass wir unsere Ernährung umstellen.

Ich möchte nicht, dass durch meine Ernährung Tiere leiden müssen. Ich habe bemerkt, dass ich tierische Produkte überhaupt nicht vermisse. Viele Gerichte kann man super ohne Fleisch kochen und viele Gerichte aus Syrien sind traditionell sowieso vegan.

Hummus Evolution Rezept 1: Baba Ghanoush

Bilal Humus Evolution Rezept 1: Baba Ghanoush

Vorspeise für 4 Personen

Zutaten:

  • 1 kg Auberginen
  • 1 Tomate
  • 15 Blätter frische Minze
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1/2 Glas Granatapfelsirup
  • 2 TL Salz
  • 1 TL Pfeffer

Zubereitung:

Auberginen mit einer Gabel an mehreren Stellen anpiksen und für eine Stunde bei 250 °C im Backofen backen, bis sie sehr weich sind.

Tipp: Für nur 1 kg Auberginen ist der hohe Energieaufwand eigentlich nicht vertretbar. Deshalb machen wir meist mehr von dieser Creme. Sie hält sich im Kühlschrank bis zu zehn Tage.Wenn du eventuell auch in der nächsten Zeit Lust auf Auberginen-Creme haben wirst, kannst
du auch gleich eine größere Menge backen und das übrige Fruchtfleisch einfrieren. Alternativ kann mensch die Auberginen auch frittieren, am Lagerfeuer/ auf dem Grill grillen oder mit viel Öl anbraten, bis sie sehr weich sind.

Währenddessen die Zwiebel, die Minze und die Tomate sehr klein schneiden und den gepressten Knoblauch zerstampfen. Wenn die Auberginen fertig gebacken sind, abkühlen lassen. Die Auberginen etwa nach einer haben Stunde mit einem Messer öffnen und das Fruchtfleisch mit einem Messer herausschaben. Das Fruchtfleisch in ein Sieb über einen Topf geben und weiter abkühlen und abtropfen lassen. Wenn das Fruchtfleisch kühl ist, alles mit einer Gabel zerkleinern. Darüber ein halbes Glas Granatapfelsirup, Salz und Pfeffer geben und mit den restlichen Zutaten gut vermischen.

Auf einem Teller oder in einer Schüssel anrichten und mit etwas Olivenöl verfeinern. Servieren Sie dazu zum Beispiel arabisches Brot.

Hummus Evolution Rezept 2: Ris & Basalia & Laous

Bilal-humus-evolution-Ris-Basalia-Laous

Hauptspeise für 4 Personen:

Zutaten:

  • 2 Gläser Basmati-Reis
  • 300 g Erbsen (tiefgekühlt)
  • 100 g blanchierte Mandeln
  • 5 EL Zucker
  • Pfeffer
  • Salz

Zubereitung:

Den Reis mehrmals waschen und 20 bis 30 Minuten in kühlem, frischem Wasser quellen lassen. Falls Sie ungeschälte Mandeln gekauft haben, können Sie die Haut folgendermaßen entfernen:

Mandeln in einen Topf geben und kochendes Wasser darauf gießen. Nach 5–10 Minuten Wartezeit das Wasser abgießen. Nun sollte sich die Haut der Mandeln gut ablösen lassen.

Tiefgekühlte Erbsen in einen Topf mit Wasser geben, erhitzen und 5 EL Zucker hinzugeben. Die Erbsen solange im Wasser lassen, bis das Wasser kocht. Dann das Wasser abgießen. Die Mandeln abtrocknen und ca. 5 Minuten in Öl unter stetigem Rühren anbraten, bis sie goldbraun sind. Die Erbsen hinzugeben und weitere 2–3 Minuten unter Rühren braten. 1/2 TL Pfeffer und 1/2 TL Salz hinzugeben. Anschließend den Reis kurz in 6 EL Olivenöl anbraten, sodass er glänzt. Nicht zu lange – maximal zwei Minuten – sonst brennt er an. Dann kochendes Wasser hinzugeben, sodass es 1 cm über dem Reis steht. Dazu 1–2 TL Pfeffer und 1–2 TL Salz ins Wasser geben und einmal umrühren. Dann bei kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Wasser verdampft ist. Dabei so selten wie möglich den Deckel öffnen und nicht umrühren.

Tipp: Wenn die Reiskörner auf der Oberfläche nicht mehr gerade und flach liegen, sondern sich etwas beugen, ist der Reis fertig.

Zuletzt den Reis einmal kraftvoll umrühren, von der Flamme nehmen und noch einmal für 2 Minuten bei geschlossenem Deckel stehen lassen. Danach in eine Auflaufform umfüllen.
Am Ende werden die Erbsen und Mandeln auf den Reis gegeben, sodass der ganze Reis bedeckt ist.

Hummus Evolution Rezept 3: M´Nasale Batata

Humus-evouliton-M´Nasale-Batata

Für 4 Personen:

Zutaten:

  • 1 kg Kartoffeln
  • 50 g frischer Koriander
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Gläser grober Bulgur
  • 1/2 Glas Fadennudeln
  • 1/2 Glas Olivenöl
  • Öl zum Frittieren
  • Curry, Pfeffer, Salz
  • 1 TL Safran

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen, in 2 cm große Würfel schneiden und ca. 7 Minuten frittieren. Dann 1,5 Liter
Wasser zum Kochen bringen und die frittierten Kartoffeln zusammen mit 1 EL Salz, 1 TL Pfeffer und einer Messerspitze Curry hineingeben. Ca. 15 Minuten bedeckt bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

Währenddessen den Bulgur in einem Sieb waschen. 1/2 Glas Fadennudeln in einem 1/2 Glas Olivenöl etwa zwei Minuten goldbraun braten. Dann so schnell wie möglich den Bulgur dazugeben und mit 2 Gläsern kochendem Wasser aufgießen. Einmal umrühren und ca. 20 Minuten bedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Währenddessen den frischen Koriander klein schneiden und den Knoblauch stampfen.

Wenn die Kartoffeln weich genug sind, Koriander, Knoblauch und Safran in den Topf zu den Kartoffeln geben und ca. 5 Minuten bei geschlossenem Deckel auf kleiner Hitze ziehen lassen.

Die Kartoffelsuppe zusammen mit dem Bulgur servieren.

Wer ist Bilal Maikeh?

Bilal Humus Evolution

Ich bin Bilal. Meine Heimat ist Syrien. Ich wohnte dort mit meiner Familie zusammen. Wir waren 11 Personen und haben in einer kleinen Wohnung in der Nähe von Damaskus gelebt.

Dort habe ich als Kind auf den Straßen Fußball gespielt, Fan von FC Barcelona, bin zur Schule gegangen, und habe später BWL studiert und dann in einer Bank gearbeitet.

Als deutlich wurde, dass der Krieg ausbrechen wird, habe ich all mein Erspartes genommen und mich auf den Weg gemacht. 2014 bin ich dann endlich in Deutschland angekommen.

Ich habe schon in Syrien viel Gutes von Deutschland gehört. Das es dort viele Möglichkeiten gibt und das man dort gute Möglichkeiten hat um sich weiterzubilden. Eigentlich wollte ich schon in Syrien einen Master in BWL machen, doch dann kam der Krieg.

Ich hoffte, dies in Deutschland nachzuholen. Die Flucht war sehr anstrengend und gefährlich. Zum Glück hatte ich gute Freunde an meiner Seite und konnte über die Erlebnisse reden.

In Deutschland habe ich zuerst in einer Flüchtlingsunterkunft gewohnt. Zu dieser Zeit habe ich mich sehr einsam gefühlt und meine Familie sehr vermisst.

Meine vegane WG


Als ich dann endlich meine Aufenthaltsgenehmigung bekam, beschloss ich eine WG zu suchen um so richtig in Deutschland anzukommen. Es hat sehr lange gedauert es und war schwierig ein Zimmer zu bekommen.

Ich habe viele Absagen bekommen. Ich glaube manche Menschen hatten Angst davor mit einem Syrer zusammenzuwohnen. Mir ist es sehr wichtig in Gemeinschaft mit anderen Menschen zu leben. So bin ich auch in Syrien aufgewachsen.

Außerdem hat das viele Vorteile für mich als neuer Mitbürger in Deutschland. Dadurch kann ich die Kultur schneller kennenlernen und die Sprache lernen. Ich genieße es, mich mit Menschen auszutauschen und Erfahrungen zu besprechen.

Irgendwann hat sich dann doch eine WG zurückgemeldet. Ich war damals sehr aufgeregt weil ich noch fast gar kein Deutsch sprechen konnte. Aber ich bin trotzdem zum WG-Casting gegangen.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe mich total wohl gefühlt. Und die WG auch. So habe ich eine neue Familie und ein neues Zuhause gefunden.

Ich wollte dann sofort für meine WG ein großes Abendessen kochen. Aber meine Mitbewohner haben mir gesagt, dass sie vegetarisch oder vegan leben. Das war meine erste Begegnung mit diesen Konzepten. Also habe ich ein großes veganes und vegetarisches Menu gekocht.

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